Die im Kurpfälzer Narrenring zusammengeschlossenen Karnevalvereine der näheren Umgebung können in Kürze „ Silberne Hochzeit “ feiern, denn der Narrenring besteht dann schon seit erstaunlichen 25 Jahren, nachdem man ihm bei der seinerzeitigen Gründung wahrlich keine lange Lebensdauer voraussagte. Doch allen Unkenrufen zum Trotz, den Kurpfälzer Narrenring gibt es auch heute noch und er erfreut sich seines recht munteren Lebens. Ganz nach dem Motto: Totgesagte leben länger!
Wunderdinge sind vom Kurpfälzer Narrenring nicht zu erwarten, wenngleich diese Interessengemeinschaft beileibe kein klassischer Verein ist und ohne Satzung und ohne große Regularien und auch ohne Vorstand andernorts und selbst bei den offiziellen Verbandsgremien als ernstzunehmender Faktor und Partner angesehen wird. Mehr wollen die Mitgliedsvereine des Narrenrings auch nicht, vor allem keine „Muskelspiele“ nach außen und oben.
Wie bereits gesagt: Der Kurpfälzer Narrenring ist nunmehr 25 Jahre alt. Er wurde im April 1979 in der Narrenstube der Schwetzinger Carneval - Gesellschaft gegründet und umfasst heute 16 Mitgliedsvereine, deren Namen und Vereinsembleme nebenstehend abgebildet sind. Die eigentlichen Gründungsmitglieder sind der KV „Kollerkrotten“ Brühl, KV „Narrhalla“ Ketsch, CC Grün - Weiß Oftersheim, CC Blau-Weiß Plankstadt, CV „Die Rohrhöfer Göggel“ HCG Hockenheim und die SCG Schwetzingen.
Typisch „närrisch“ war es im wahrsten Sinn des Wortes, dass man tatsächlich „vergaß“, das eigentliche Jubiläum, nämlich 2 mal 11 = 22 Jahre 2001 zu feiern. Dies wurde dann einfach ein Jahr später, am 12.April 2002, nachgeholt, als man in gemütlicher Runde in der SCG-Narrenstube feierte. Ansprachen des Bezirksvorsitzenden der Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, Rüdiger Klein, und des SCG-Präsidenten Dr. Hans-Joachim Förster, der detailliert und humorvoll auf die vergangenen 22 Jahre zurückblickte, sowie einige Programmbeiträge aus den Reihen des nahezu komplett vertretenen Narrenrings rundeten den sehr gelungenen Abend ab, der mit einem gemeinsamen Essen begonnen hatte. Bemerkenswert die Worte des Lobes, der Anerkennung und des Dankes, die Rüdiger Klein für die gesamte Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine fand.
Der Kurpfälzer Narrenring hat die über zweieinhalb Jahrzehnte seiner bisherigen Existenz bestens überstanden, ohne dass es je zu einer einzigen Kriesensituation gekommen ist.
An sich kaum vorstellbar, jedoch in jedem Fall verständlich, wenn man weiß, dass die Basis des Kurpfälzer Narrenrings einzig und allein die Freundschaft unter Vereinen und gemeinsame Interessen sind. Den groben Rahmen bildet eine Geschäftsordnung, die man sich 1984 gab.
Primäre Ziele sind die Pflege des Verhältnisses nach innen, die Festigung der Freundschaft untereinander und das Vermeiden der vielzitierten und vielgescholtenen „Kirchturmpolitik“.
Man trifft sich etwa alle vier bis sechs Wochen reihum, bespricht sich, diskutiert und läßt zu guter Letzt auch Leib und Magen nicht zu kurz kommen. So wurden schon viele unangenehme Terminkollissionen vermieden wenngleich es zugegebenermassen nie zur vollen Zufriedenheit aller läuft -, Programmnummern für Sitzungen ausgetauscht, aber auch Finanz - und Steuerangelegenheiten behandelt. Patentlösungen gibt es keine, aber Mißverständnisse, Fehler, falsche Meinungen können auf freundschaftlichem Wege schon ausgeräumt bzw. behoben werden. Und Freundschaften unter Vereinen, insbesondere unter infolge der kurzen Entfernungen doch in starker Konkurrenz stehenden Karnevalsvereinen, werden in der heutigen, auch im Vereinsleben mehr und mehr vom Kommerz dominierten Zeit auch immer seltener. Der Soziologe spricht von der immer mehr herrschenden Spass - und Ellenbogengesellschaft, in der es von Amateuren geführte Vereine von der Art der Narrenring- Mitglieder zunehmend schwerer haben!
Zusätzlichen Schub in Richtung Freundschaft gibt sich der Kurpfälzer Narrenring neben den erwähnten regelmäßigen Treffen durch ein alljährlich veranstaltetes Kegelturnier. Auch gingen schon gemeinsame Tanzabende bzw. Bälle über die Bühne. Darüber hinaus trifft man sich bei den diversen Sommerfesten der Mitgliedsvereine, vor allem aber bei den Ordensfesten, wo der Narrenring meist geschlossen und vollzählig auftritt.
Mit Genugtuung ist zu vermerken, dass zwei Freunde aus den Reihen des Narrenrings in verschiedenen Gremien der Vereinigung Badisch - Pfälzischer Karnevalvereine vertreten sind: Uwe Bähr, Präsident des CC Blau - Weiß Hockenheim, hat Sitz in der einflussreichen Ordenskommission und Schwetzingens SCG - Präsident, Dr. Hans - Joachim Förster, gehört seit vielen Jahren als Vertreter Nordbadens dem Ehrenrat an. Etliche Damen und Herren aus den Narrenring - Vereinen sind Juroren bzw. Wertungsrichter des Bundes Deutscher Karneval und somit immer wieder bei Gardetanzturnieren in der ganzen Bundesrepublik anzutreffen.
Es bleibt wirklich zu hoffen, dass der Kurpfälzer Narrenring weiterhin gedeiht und auch in Zukunft ein für alle Beteiligten fruchtbares Fortbestehen hat:
Einigkeit macht stark!
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